Vaterwunde

Gewalt gegen Kinder ist eine kulturelles Erbe des Patriarchats. In der Natur ist das Phänomen unbekannt, der Mensch ist die einzige Gattung, die ihren Nachwuchs demütigt und verprügelt.  Im Matriarchat wurden Kinder für zehntausende Jahre als wiedergeborene Ahnen verehrt.

Die Verletzung der kindlichen Würde durch den Vater unterbricht den natürlichen Fluss kraftvoller männlicher Energie. Ein schreiender Vater hinterlässt Wunden in den Seelen der Töchter und Söhne. Er zwingt sie, sich seiner Norm um den Preis der Trennung vom natürlichen Sosein zu unterwerfen. Das Kind kann erst als erwachsener Mensch die Not hinter dem Verhalten des Vaters erkennen. Die Heilung der Vaterwunde ist die Voraussetzung für ein kraftvolles Schreiten auf dem Lebensweg. Es gilt, die Ordnung der Gesetze des Lebens anzuerkennen.


Mutterwunde

Wen verletzte Töchter selbst Mütter werden, geben sie ihre seelischen Wunden weiter. Der patriarchal definierte gesellschaftliche Druck zur „richtigen“ Zurichtung ihrer Sprößlinge in den Rahmen einer zeitgeistlichen Norm unterbricht den Kontakt zu ursprünglicher weiblicher Verbundenheit mit Kind und Natur. Mütter verwunden ihre Schutzbefohlenen, wenn sie brüllen wie Väter oder ihre eigenen Bedürfnisse über die der Kinder stellen. Der Zugang des Kindes zu seiner natürlichen weiblichen Energie wird so eingeengt. Kinder leiden später ohne es zu wissen an einer gestörten Beziehung zum Weiblichen. Jungen verschließen ihr Herz, Mädchen ihren Schoßraum. Dieses patriarchale Erbe können wir heute überwinden, wenn wir kollektiv den Weg der Versöhnung gehen.