Seit wann gibt es Väter?

Der Mann im Matriarchat war seit Anbeginn menschlicher Gesellschaften ein Brudervater. Das bedeutet, Männer haben im Haus ihrer Mutter gelebt und als Brüder die Kinder ihrer Schwestern großgezogen. Frauen wählten Männer aus benachbarten Sippen im Rahmen einer Besucherehe. Kinder wurden als wiedergeborene Ahnen verehrt und galten als Geschenk des Göttlichen. Der Beitrag des Mannes zur Fortpflanzung wurde erst mit der Domestizierung von Tieren vor ca. 10.000 Jahren erkannt. 

Die Rolle des Vaters als Hausherr, Priester und Richter in Personalunion ist eine Kulturleistung der Männer im Patriarchat. Der Vater als Oberhaupt in einer elitären Ordnung hat die Mutter als zentralen Bezugspunkt in einer egalitären Ordnung der Familie verdrängt. Das Mittel der Wahl zur Organisation dieser Hierarchie war Gewalt. Frauen, Kinder, Vieh und Häuser galten fortan als Eigentum des Mannes. 

Die Rolle des Vaters hat sich in den letzten Jahrhunderten stark gewandelt. Heute suchen viele Väter Orientierung in einer sich neu organisierenden Welt. Die Versöhnung mit dem patriarchalen Erbe ist ein Weg, den in jedem Menschen ruhenden Frieden zu re-kultivieren.