Gewalt formt Gestalt

 Gewalt schafft Struktur. Im physischen Außen stabilisiert sie über Regeln und Kultur den Zusammenhalt einer Gemeinschaft. Im psychischen Innen trennt sie den Einzelnen von seiner ursprünglichen seelischen Struktur.

Gewalt gegen Frauen, Kinder, Nachbarn und Natur ist das schattige Erbe des Patriarchats. Verprügelte und auf Leistung getrimmte Töchter und Söhne übernehmen für ihr Überleben familiäre Sichtweisen von außen und formen daraus ihre innere Welt.

Norm formt Form. Dabei entstehen seelische Wunden, die unverarbeitet als Trauma im genetischen Erbe an die nächste Generation weitergegeben werden.

Seit ca. 6000 Jahren prägt die lineare Logik von gewaltvoller Expansion, permanentem Wachstum und latenter Konkurrenz das Pendeln der menschlichen Geschichte zwischen Krieg und Frieden.

Die gute Nachricht lautet: Es gab vorher friedliche Zeiten. Das Matriarchat hat über zehntausende Jahre die Konkurrenz zu Gunsten der Kooperation als erste große menschliche Kulturleistung überwunden.

Auch dieses friedliche Erbe steckt und kollektiv in den Zellen. Wir sind eingeladen, es zu rekultivieren.