Gewalt gebiert Gestalt

 Gewalt schafft Struktur . Im physischen Außen formt sie über Regeln und Kultur die Gestalt einer Gemeinschaft.

Im psychischen Innen formt Gewalt die seelische Gestalt eines Menschen. Sie ist die Mutter der Angst. Die gewaltsame Unterwerfung von Frauen, Kindern, Nachbarn und Natur unter patriarchale Deutungshoheit verformt den Einzelnen zu Gunsten einer zeitgeistlichen Norm seit Jahrtausenden. Sie macht aus dem Orginal eine Kopie.

Eine Kultur der Züchtigung von Kindern, ihre Entwertung und die bittere Härte gefühlskalter Bezugspersonen haben tiefe Wunden in ihren Seelen hinterlassen. 

Heute haben wir die Chance , das Wissen und die Werkzeuge, uns mit den alten Wunden zu versöhnen. Das ist ein Prozess, der Geduld , Demut und Mitgefühl braucht.


Schuld, Erbschuld und Angst

Menschen sind per Geburt unschuldig. Der Schuldvorwurf zerstört das Urvertrauen in die universelle Einbindung des Kindes in das Leben und die Natur. Unsere Vorfahren im  Matriarchat haben Kinder als wiedergeborene Ahnen für Jahrzehntausende verehrt. Mit der Erfindung der Erbschuld  und der monotheistischen Weltbilder im Patriarchat wurden hunderte Generationen von Kindern um den Kontakt zu ihrer ursprünglichen Natur beraubt. Die  Angst vor Fehlern, Nachbarn und Zukunft hat ihre Wurzeln in dieser frühen Störung der Beziehung des Menschen zu sich selbst und der ihn umgebenden Natur.


Toxische Scham

Scham ist ein Gefühl von ohnmächtigem seelischem Schmerz. Der Selbstwert eines Kindes ist tief  verletzt, es hat eine Norm missachtet oder eine Grenze überschritten.  Toxische Scham erinnert den Menschen der Moderne an traumatische Erfahrungen seiner Kindheit. Menschen sind bereit Beziehungen  zu opfern, nur um nie wieder dieses Gefühl erleben zu müssen.